EPR-Reporting für Batterien und EEE mit SAP Responsible Design and Production

EPR-Reporting für Batterien und EEE mit SAP Responsible Design and Production


SAP erweitert Responsible Design and Production (RDP) um Funktionen für das Extended Producer Responsibility (EPR) Reporting von Batterien und Elektro- und Elektronikgeräten (EEE). Neben Verpackungen können damit weitere Produktkategorien für die EPR-Berichterstattung berücksichtigt werden.

EPR-Reporting: Mehr als nur Verpackungen

In meinem letzten Blogbeitrag zur EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ging es um die Anforderungen an Verpackungsdaten, Konformitätserklärungen und technische Dokumentation.

Doch die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) betrifft nicht nur Verpackungen.

Auch für Elektro- und Elektronikgeräte sowie Batterien bestehen entsprechende regulatorische Anforderungen.

Relevante europäische Rechtsgrundlagen sind unter anderem:

  • WEEE-Richtlinie 2012/19/EU: Regelt die Bewirtschaftung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten und die damit verbundene Herstellerverantwortung.
  • EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542: Enthält unter anderem Anforderungen an die erweiterte Herstellerverantwortung für Batterien und Altbatterien.

Und genau hier setzt die Erweiterung von SAP Responsible Design and Production an.

SAP RDP unterstützt jetzt neben Verpackungen auch EPR-Reporting für Batterien und Electrical and Electronic Equipment (EEE).

Schauen wir uns die neuen Funktionen genauer an.

1. Neue Datenmodelle und Apps für EEE und Batterien

SAP RDP unterstützt den Import von EEE- und Batteriedaten. Für die Anzeige und Überprüfung der importierten beziehungsweise replizierten Daten stehen zwei neue Anwendungen zur Verfügung:

EEE Data

In dieser App können Anwender die EEE-Daten ihrer Produkte einsehen und überprüfen.

Battery Data

Diese App ermöglicht die Anzeige und Überprüfung der Batterieelemente, die Produkten zugeordnet sind. Damit stellt SAP RDP eigene Funktionen für die Verwaltung und Prüfung der beiden zusätzlichen Datenbereiche bereit.

2. Erweiterung der Report Categories

Ein weiterer Bestandteil der neuen Funktionalität ist die Erweiterung der Berichtskategorien. Über die bestehende Anwendung Report Categories können jetzt auch Berichtskategorien für EEE und Batterien konfiguriert werden. Die Konfiguration erfolgt im Rahmen der benutzerdefinierten Berichte (User-Defined Reports). Damit können EEE- und Batteriedaten in die Konfiguration des EPR-Reportings einbezogen werden.

3. Regelbasierte Berechnung für EEE und Batterien

Auch die Berechnungslogik wurde erweitert. SAP RDP unterstützt die Definition von Berechnungsregeln für EEE und Batterien über die Rule Expression Language. Hierfür stehen spezifische Attribute und Funktionen zur Verfügung. Die neuen Regelattribute und Funktionen ermöglichen es, EEE- und Batteriedaten innerhalb der regelbasierten Berechnungen zu berücksichtigen.

4. Berechnung von EPR-Gebühren einschließlich Eco-Modulation

Eine weitere Neuerung betrifft die Gebührenberechnung.

SAP RDP unterstützt jetzt die Berechnung von EPR-Gebühren für EEE und Batterien – einschließlich Eco-Modulation.

Unter Eco-Modulation versteht man die Differenzierung von EPR-Beiträgen anhand festgelegter Kriterien, beispielsweise in Bezug auf ökologische Produkteigenschaften. Welche Kriterien anzuwenden sind, richtet sich nach den jeweils geltenden regulatorischen Anforderungen und den entsprechenden EPR-Systemen. Mit der Erweiterung können solche Gebührenberechnungen auch für EEE und Batterien innerhalb von SAP RDP berücksichtigt werden.

5. Neue Apps für die Analyse berechneter Reportdaten

Neben den Anwendungen für die Produktdaten stellt SAP auch zwei neue Anwendungen für berechnete Berichtsdaten bereit:

EEE Report Data

Ermöglicht die Analyse berechneter Berichtsdaten für Elektro- und Elektronikgeräte.

Battery Report Data

Ermöglicht die Analyse berechneter Berichtsdaten für Batterien.

Damit stehen für beide Produktbereiche separate Anwendungen zur Überprüfung der berechneten Reporting-Ergebnisse zur Verfügung.

Was bedeutet die Erweiterung für SAP-RDP-Anwender?

Die neuen Funktionen erweitern den bisherigen EPR-Reporting-Umfang von SAP Responsible Design and Production. Neben Verpackungsdaten werden nun auch EEE- und Batteriedaten unterstützt. Dabei umfasst die Erweiterung mehrere Schritte des Reporting-Prozesses:

  1. Import von EEE- und Batteriedaten
  2. Anzeige und Überprüfung der übernommenen Produktdaten
  3. Konfiguration entsprechender Berichtskategorien
  4. Definition regelbasierter Berechnungen
  5. Berechnung von EPR-Gebühren einschließlich Eco-Modulation
  6. Analyse der berechneten Berichtsdaten

Für Unternehmen, die SAP RDP einsetzen, sind damit zusätzliche Funktionen für das EPR-Reporting verfügbar.

Wichtig: Die genannten Funktionen beschreiben den dokumentierten SAP-RDP-Funktionsumfang. Ob und wie konkrete nationale Meldeanforderungen damit vollständig umgesetzt werden können, muss anhand der jeweiligen Anforderungen und der verfügbaren Konfiguration geprüft werden.

Fazit: SAP RDP erweitert den EPR-Reporting-Umfang

Mit der Unterstützung von Batterien und Elektro- und Elektronikgeräten erweitert SAP den Funktionsumfang von Responsible Design and Production über das bisherige Verpackungsreporting hinaus.

Die neuen Apps für EEE- und Batteriedaten, zusätzliche Berichtskategorien sowie die erweiterten Berechnungsfunktionen schaffen die technische Grundlage, diese Produktbereiche in SAP RDP für das EPR-Reporting zu berücksichtigen.

Besonders relevant sind dabei die regelbasierte Gebührenberechnung einschließlich Eco-Modulation und die separaten Anwendungen zur Analyse der berechneten Daten.

Für Unternehmen, die bereits mit SAP RDP arbeiten oder dessen Einsatz evaluieren, erweitert sich damit der mögliche Anwendungsbereich der Lösung.

Die konkreten Einsatzmöglichkeiten hängen von den erforderlichen Produktdaten, den jeweiligen Meldepflichten und der Konfiguration des Systems ab.

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Michael Hintenlang

Michael Hintenlang

Partner | SAP EHS & Product Compliance | Sustainability | AI & Digital Transformation

Als Partner der SI PRO GmbH mit dem Schwerpunkt SAP Business Transformation, Applied AI, Technology & Compliance unterstütze ich Unternehmen seit über 18 Jahren bei der erfolgreichen Umsetzung anspruchsvoller SAP- und IT-Projekte. Mein Fokus liegt auf IT- und SAP-Beratung, Projektmanagement sowie der Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Lösungen. Dabei verbinde ich fundierte IT-Kompetenz mit einem tiefen Verständnis für Geschäftsprozesse und die Anforderungen unserer Kunden. Besondere Erfahrung bringe ich in den SAP-Bereichen Sustainability, Product Compliance, EHS/EHSM und PLM. Als Diplom-Informatiker (FH) und langjähriger SAP-Experte begleite ich Projekte von der fachlichen Analyse und Konzeption über die Umsetzung bis hin zur nachhaltigen Weiterentwicklung. Mir ist dabei besonders wichtig, komplexe Anforderungen verständlich zu machen und gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu entwickeln, die fachlich überzeugen und einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen schaffen. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit den Potenzialen von AI und neuen Technologien und deren Bedeutung für die zukünftige Gestaltung von Geschäftsprozessen und SAP-Lösungen.

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