PPWR im Fokus: Artikel 5 sowie Artikel 38 & 39 – Was Unternehmen bis August 2026 umsetzen müssen

August 2026 – das ist kein fernes Datum mehr.
In vielen Projekten, in denen ich aktuell als SAP RDP Berater unterwegs bin, wird klar: Die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ist für viele Unternehmen noch massiv unterschätzt.
Dabei sind insbesondere drei Artikel entscheidend:
- Artikel 5 (Stoffbeschränkungen)
- Artikel 38 & 39 (Konformitätserklärung & Dokumentation)
Artikel 5 – Der Gamechanger für Verpackungsdaten
Was viele noch nicht auf dem Schirm haben:
Es geht nicht nur um „ein paar Grenzwerte“, sondern um echte Datentransparenz.
- Schwermetalle & PFAS rücken in den Fokus
- Unternehmen müssen wissen: Was ist wirklich in meiner Verpackung enthalten?
Und hier wird es spannend:
Unterschiedliche Anforderungen je nach Szenario:
- Ich kaufe Verpackung ein
→ Ich brauche eine Konformitätserklärung (aggregierte Sicht) - Ich stelle Verpackung selbst her
→ Ich brauche eine detaillierte chemische Zusammensetzung nach Masse
→ sehr nah am REACH-Ansatz
In der Praxis bedeutet das:
Viele Unternehmen haben diese Daten heute schlicht nicht in der nötigen Tiefe.
Wichtig aus SAP-Sicht:
SAP plant im Rahmen SAP Responsible Design and Production (RDP) eine Auslieferung der Funktionalitäten für Artikel 5 in Q1 2026.
Das bedeutet: Erste systemseitige Unterstützung für Stofftransparenz und Bewertung wird frühzeitig verfügbar sein.
Artikel 38 & 39 – Ohne Dokumentation keine Compliance
Hier wird aus „nice to have“ ganz schnell ein Audit-Thema.
- Artikel 38:
Erstellung einer Declaration of Conformity (DoC) - Artikel 39:
Aufbau einer technischen Dokumentation
Und jetzt kommt der Teil, der oft übersehen wird:
Aufbewahrungspflichten
- 5 Jahre → Einwegverpackung
- 10 Jahre → Mehrwegverpackung
Das ist kein Excel-Thema mehr. Das ist strukturierte, revisionssichere Datenhaltung.
SAP Roadmap Insight:
Die Unterstützung für diese Anforderungen wird laut aktueller Planung in H1 2026 im RDP-Umfeld bereitgestellt.
Damit bleibt Unternehmen nur ein relativ kurzes Zeitfenster zwischen Systemverfügbarkeit und regulatorischer Deadline (August 2026).
Realität in SAP-Projekten (RDP & S/4HANA)
Ich sehe aktuell immer wieder das gleiche Muster:
- Verwaltung von Stoff- und Materialdaten
- Unterstützung für Konformitätserklärungen (Outbound)
- Nutzung bestehender REACH-Datenmodelle
- Integration in bestehende Compliance-Prozesse
Dabei gibt es mit SAP S/4HANA Product Compliance und RDP bereits eine starke Basis:
- Daten sind verteilt
- Lieferanten liefern nur PDFs
- Keine durchgängige Struktur für Stoffinformationen
Und wichtig:
- Die Konformitätserklärung kann im System generiert werden
- Archivierung erfolgt im PLM- oder DMS (SAP oder 3rd Party)
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