SAP Integrated Product Development (SAP IPD): Digitales Produktdatenmanagement & Collaboration für die Prozessindustrie

SAP Integrated Product Development (SAP IPD): Digitales Produktdatenmanagement & Collaboration für die Prozessindustrie


Die Prozessindustrie steht ständig vor der Herausforderung, neue Produkte schneller, sicherer und effizienter zu entwickeln. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an regulatorische Konformität, Nachhaltigkeit, Datenqualität und globale Marktfähigkeit. Für Unternehmen aus der Chemie-, Pharma-, Life-Sciences-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Konsumgüterbranche wird ein integriertes Produktdatenmanagement deshalb immer wichtiger. Genau hier setzt SAP Integrated Product Development (SAP IPD) als Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) in der Public Cloud an.

SAP IPD unterstützt Unternehmen dabei, Produktentwicklung, Spezifikationsmanagement, Formulierung und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit digital zu vernetzen. Besonders hervorzuheben sind dabei die Kernbereiche Specification Management, Formulation sowie Collaboration. Sie bilden gemeinsam die Grundlage dafür, Produktinformationen und Entwicklungsprozesse strukturiert, nachvollziehbar sowie über Abteilungsgrenzen und Partnernetzwerke hinweg nutzbar zu machen.

Spezifikationen beschreiben z. B. Produkte, Rohstoffe, Zwischenprodukte oder Verpackungen als strukturierte Datenobjekte. Dazu gehören beispielsweise Eigenschaften, Ziel- und Grenzwerte, Qualitätsmerkmale, regulatorische Informationen, Verpackungsanforderungen oder marktspezifische Vorgaben. Ziel ist eine zentrale, verlässliche Datenbasis („Single Source of Truth“), auf die Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung, Einkauf, Produktion und Compliance gemeinsam zugreifen können.

Gerade in der Prozessindustrie ist diese Transparenz entscheidend. Eine Änderung an einem Rohstoff oder Inhaltsstoff kann Auswirkungen auf Rezeptur, Kosten, Verfügbarkeit, Kennzeichnung, Gefahrstoffbewertung, Allergeninformationen, Nachhaltigkeitskennzahlen oder Herstellbarkeit haben. Ein modernes Spezifikationsmanagement muss diese Zusammenhänge sichtbar machen und kontrollierbar halten.

Ein kritischer Faktor im Entwicklungsprozess ist die sichere Einbindung externer Stakeholder wie Rohstofflieferanten, Auftragssynthese-Partner oder Prüflabore. Über die SAP IPD Collaboration-Funktionen können Unternehmen sowohl strukturierte Produktdaten (wie Spezifikationen, Materialien oder Stücklisten) als auch unstrukturierte Daten (wie Dokumente, Spezifikationsdatenblätter oder Bilder) sicher und gezielt austauschen.

Durch definierte Workflows, Aufgabensteuerungen und eine rollenbasierte Autorisierung wird die Abstimmung mit Lieferanten beschleunigt und gleichzeitig das Risiko von Fehlerquellen minimiert. Anstatt Produktdaten manuell per E-Mail oder PDF auszutauschen, arbeiten interne Teams und externe Partner auf einer gemeinsamen, geschützten Kollaborationsplattform.

Der dritte zentrale Baustein ist die Formulierung. In der Rezepturentwicklung geht es darum, Inhaltsstoffe, Eigenschaften, Zielwerte und Varianten so zu kombinieren, dass ein Produkt technisch, wirtschaftlich und regulatorisch funktioniert. SAP IPD bietet hierfür Funktionen, um Formeln und Varianten digital zu verwalten und Entwicklungsprozesse datengetrieben zu unterstützen. Dadurch können Entwicklungsentscheidungen besser nachvollzogen, Alternativen systematischer geprüft und Time-to-Market-Potenziale genutzt werden.

SAP IPD wird von SAP kontinuierlich erweitert. Dazu zählen beispielsweise neue Bedienungs- und Pflegefunktionen sowie hybride Szenarien. Ein wichtiger Meilenstein ist hierbei das IPD Specification Collaboration Hybrid Scenario, das die Cloud-Lösung SAP IPD direkt mit On-Premise- bzw. Private-Cloud-Systemen wie SAP S/4HANA Specification Management verbindet. Dadurch können Spezifikationsdaten bidirektional synchronisiert werden, sodass Daten aus dem Kern-ERP nahtlos in die Cloud-Kollaboration mit Lieferanten einfließen und Rückmeldungen sicher zurückgeführt werden.

Für Unternehmen mit bestehenden SAP-PLM-, SAP-EHS- oder SAP-S/4HANA-Landschaften ist dies besonders relevant, weil Produktdaten nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Entscheidend ist die Integration in bestehende Prozesse, Stammdatenmodelle, Compliance-Strukturen und operative Abläufe.

KI-gestützte Funktionen gewinnen immer stärker an Bedeutung. Insbesondere bei der Nutzung und Auswertung von Produktdaten kann KI dabei helfen, Informationen schneller zu finden, Datenlücken zu erkennen und Anwender durch komplexe Spezifikations-, Kollaborations- und Formulierungsstrukturen zu führen. Voraussetzung dafür bleibt eine hohe Datenqualität.

Die SI PRO GmbH unterstützt Unternehmen der Prozessindustrie als erfahrenes SAP-Beratungshaus bei genau diesen Fragestellungen. Mit langjähriger Expertise in SAP PLM, SAP EHS, SAP Product Compliance und angrenzenden SAP-Prozessen begleitet SI PRO Unternehmen dabei, Spezifikationsmanagement, Lieferanten-Collaboration, Rezepturentwicklung und Produktdatenprozesse fachlich fundiert und technisch belastbar umzusetzen und mit den neuen Möglichkeiten der Cloud-Architekturen auf ein neues Level zu heben.

SAP IPD bietet damit die Chance, die Produktentwicklung stärker als integrierten, datengetriebenen und kollaborativen Prozess zu gestalten. Der Nutzen entsteht jedoch nicht allein durch neue Software, sondern durch klare Datenmodelle, saubere Governance, durchdachte Integration und ein tiefes Verständnis der Anforderungen der Prozessindustrie.

Christian Illius
Als Partner bei der SI PRO GmbH liegt mein Schwerpunkt auf SAP Product Lifecycle Management für die Prozessindustrie. Zusammen mit meinem Team unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Produktentwicklungsprozesse zu digitalisieren, effizienter zu gestalten und nachhaltig in bestehende SAP-Landschaften und -Prozesse zu integrieren. Unsere Arbeit verbindet technisches Verständnis, Prozesskompetenz und langjährige Projekterfahrung. Mein Ziel ist es, durch praxisnahe Beratung belastbare Systemlösungen zu implementieren und unseren Kunden Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre PLM-Prozesse konsequent und nachhaltig an die sich schnell verändernden Anforderungen der Märkte anpassen können.

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